Die elektrische Mercedes C-Klasse


Artikel von Tobias Selerit

Die Umstellung auf Elektrifizierung verwischt die traditionellen Klassengrenzen – und der elektrische Mercedes-Benz C 400 könnte eines der klarsten Beispiele dafür sein. Dies ist keineswegs nur eine Weiterentwicklung der C-Klasse-Formel. Mit knapp 4,9 Metern Länge geht die elektrische Mercedes C-Klasse weit über das hinaus, was wir bislang mit diesem Segment verbunden haben. Allein der Radstand ist um 97 mm gewachsen. Optisch und von den Proportionen her wirkt die elektrische C-Klasse, als würde sie die Mercedes S-Klasse als Flaggschiff kanalisieren.

Hinterachslenkung unterstreicht diesen Doppelaspekt zusätzlich. Einst ein Merkmal für Oberklassemodelle, findet sie nun ihren Weg in die C-Klasse und verleiht ihr sowohl mehr Agilität in engen Stadtsituationen als auch mehr Stabilität bei höherem Tempo.

Die elektrische C-Klasse wurde mit der Version C 400 eingeführt. Ihre 94-kWh-Batterie versorgt zwei Motoren. Mit einer Spitzenleistung von 360 kW beschleunigt der C 400 in nur 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit bewegt er sich klar in dem Leistungsbereich, der traditionell den AMG-Varianten vorbehalten war.

Auffällig ist jedoch nicht nur die reine Leistung, sondern wie sie eingesetzt wird. Zusätzlich zum Allradantrieb nutzt der Antriebsstrang ein Zweigang-Getriebe: einen kurzen ersten Gang mit 11:1-Übersetzung für kräftige Beschleunigung und einen längeren zweiten Gang mit 5:1-Übersetzung für Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten. Der Porsche Taycan war das erste Elektroauto mit einem Zweigang-Getriebe.

Die Spitzenladeleistung des C 400 erreicht 330 kW. Das ist sogar etwas mehr als beim Porsche Taycan.

Mercedes-Benz hat ganz offensichtlich stark in die Verfeinerung investiert. Umfangreiche Geräuschdämmung in Kombination mit elastomer-gelagerten Fahrwerkskomponenten soll Fahrbahnunebenheiten entkoppeln und das Eindringen von Geräuschen reduzieren. Das Ergebnis ist ein Fahrerlebnis im Innenraum, das sich der Luxusklasse annähert.

Thermischer Komfort ist ein weiterer Bereich, in dem die Elektrifizierung spürbare Vorteile bringt. Bei Kälte kann sich der Innenraum doppelt so schnell aufheizen wie in einem Verbrenner – ein oft übersehener, aber im Alltag höchst relevanter Vorzug.

Im Innenraum ist das technologische Herzstück der optionale 99 cm breite Bildschirm, der sich als durchgängige Glasfläche über das Armaturenbrett spannt. Er verwandelt das Cockpit in eine vollständig digitale Umgebung und verbindet Instrumentierung, Infotainment und Interaktion mit dem Beifahrer.

Das besondere Ambiente setzt sich mit einer Ambientebeleuchtung fort, die sich vom Armaturenbrett in die Türen und bis in das optionale Sky Control Panoramadach zieht.

In Kombination mit einem Burmester-Soundsystem soll der Innenraum nicht nur Transport bieten, sondern ein Eintauchen in die Umgebung.

In der Gesamtschau elektrifiziert der C 400 nicht einfach nur eine bestehende Mercedes-Schablone – er positioniert das Modell neu. Mit seinem gewachsenen Format, dem fortschrittlichen Antriebsstrang und den luxusorientierten Ausstattungsmerkmalen betritt er ein Terrain, das früher klar höheren Fahrzeugklassen vorbehalten war.

Mercedes-Benz hat damit mehr geschaffen als nur ein weiteres Elektroauto: ein Modell, das die C-Klasse grundlegend neu definiert.