Elektrischer Mercedes-AMG GT 2027
Artikel von Tobias Selerit
Das viertürige AMG Coupé beweist, dass Hochleistungs-Elektrofahrzeuge emotional, dramatisch und fahrerorientiert sein können.


Optisch bleibt der neue GT der Idee eines „GT für vier“ treu – ein langer, niedriger Gran Turismo, der die Attitüde eines Supersportwagens mit echter Alltagstauglichkeit verbindet. Das Auto ist 5,1 m lang und hat elegante Proportionen. Trotz der im Fahrzeugboden untergebrachten Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 106 kWh ist den AMG Ingenieuren etwas besonders Beeindruckendes gelungen: Das Dach des Fahrzeugs ist 4 cm niedriger als beim bisherigen, benzinbetriebenen viertürigen AMG GT. Diese tiefere Haltung verleiht dem Wagen eine schlankere Silhouette, die Enthusiasten zu schätzen wissen.

AMG hat die Batterie außerdem intelligent verpackt. Unter dem Fußraum der Fondpassagiere wurden keine Batterien platziert, um mehr Platz zu lassen – das ist in einem echten Gran Turismo wichtig.

Die Ingenieursleistung ist beeindruckend. Die neuen YASA-Axialflussmotoren sind für die von ihnen erzeugte Leistung erstaunlich kompakt: Der Motor an der Vorderachse ist nur 9 cm breit, während die beiden Motoren an der Hinterachse jeweils 8 cm Breite messen. Trotz ihrer winzigen Abmessungen sind die Motoren in zukünftigen Anwendungen zu einer Gesamtleistung von über 1.000 kW fähig.
Die Ladeleistung ist ebenso ambitioniert. Das Fahrzeug unterstützt bis zu 600 kW Spitzenladeleistung und ermöglicht es so, unter Idealbedingungen in nur 5 Minuten bis zu 41 kWh nachzuladen – ein Wert, der das Laden von Elektrofahrzeugen in völlig neues Terrain führt.
Doch die größte Überraschung könnte vom Soundtrack kommen.

Elektrische Sportwagen sind brutal schnell, doch viele tun sich immer noch schwer damit, die emotionale Verbindung herzustellen, die ein Verbrennungsmotor erzeugt. AMG geht dieses Problem mit simulierten Gangwechseln und einer vom AMG GTR inspirierten Klangsignatur an. Das Erlebnis ist darauf ausgelegt, Fahrer zufriedenzustellen, die das Drama von V8-getriebenen Performance-Fahrzeugen lieben. Dieses Konzept wurde bekanntlich vom Hyundai Ioniq 5 N geprägt, dessen verspielte simulierte Schaltvorgänge und entwickelten Soundeffekte bewiesen haben, dass das videogameartige Erlebnis einem Fahrer tatsächlich ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern kann.

Mercedes-AMG fängt dieses gleiche Gefühl von Aufregung ein und verbindet es mit der markentypischen Raffinesse und gesteigerter Agilität dank Hinterachslenkung.

AMG gibt Fahrern außerdem ungewöhnlich tiefgreifende Kontrolle über das Fahrverhalten des Autos. Die drei Drehregler in der Mittelkonsole – genannt „Race Engineer“ – erlauben eine präzise Anpassung von Ansprechverhalten, Traktion und Kurvenverhalten und verleihen dem Fahrzeug ein Maß an Abstimmungsvielfalt, das man sonst kaum außerhalb von Rennwagen findet.

Der elektrische viertürige AMG GT spricht tatsächlich sowohl Luxusautokäufer als auch kompromisslose Fahrenthusiasten an.
Von seiner spektakulär niedrigen Karosserie und futuristischen Ladegeschwindigkeit bis hin zu seinem emotional entwickelten Klangerlebnis und rennsportinspirierten Einstellungen deckt dieses Auto alles ab.
Angesichts der Tatsache, dass es keinen Platz mehr für CO₂-Emissionen gibt, ist dies eine wahre Wiedergeburt für Mercedes-AMG.
| AMG GT 55 | AMG GT 63 | |
| Spitzenladeleistung | 600 kW | 600 kW |
| Spitzenleistung | 600 kW | 860 kW |
| 0–100 km/h | 2,8 s | 2,4 s |









